Diagnose von Endometriose

Diagnose von Endometriose

Die Inspektion (Beurteilung durch Betrachten) wird im Anschluss an die Anamnese durchgeführt. Dabei können mit einem Scheidenspiegel (Spekulum) Verfärbungen und gewebliche Veränderungen im Bereich der Scheide und des Muttermundes entdeckt werden.
Als nächster Schritt erfolgt die Tastuntersuchung (Palpation). Durch Einführen von ein oder zwei Fingern in die Scheide (Vagina) kann der Arzt / die Ärztin Umrisse, Beschaffenheit und Beweglichkeit der Organe im Beckenraum erfühlen. Mit der anderen Hand wird gleichzeitig von außen die Bauchdecke abgetastet. Bei dieser Untersuchung können schmerzhafte Knoten, Verhärtungen und Narben erkannt sowie Veränderungen zu Vorbefunden identifiziert werden. Auch die Lage der Geschlechtsorgane und deren Beweglichkeit sowie Schmerzpunkte an den Bändern (Sakrouterinligamenten) und der Blase können durch die Tastuntersuchung festgestellt werden. Die gleiche Untersuchung vom Darm aus (rektal) kann Aufschluss geben über Veränderungen hinter der Scheidenwand und im unteren Darm (recto-vaginal).

Die Anamese, die Sicht- und Tastuntersuchung können Hinweise auf Veränderungen geben, die durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden. Solche Hinweise sind Schmerzempfindlichkeiten, sicht- und/oder fühlbare Gewebsveränderungen, Verlagerungen oder eingeschränkte Beweglichkeit der Geschlechtsorgane. Weitere Untersuchungen können nur veranlasst werden, wenn entsprechende Verdachtsmomente vorliegen. Daher ist es wichtig, dass die Patientin ihrem behandelnden Arzt alle Auffälligkeit mitteilt. Dazu gehört auch, dass die Patientin z.B. über Probleme beim Stuhlgang und Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr berichtet. Für die richtige und schnelle Diagnosestellung benötigt der Arzt umfassende und offene Informationen von der Patientin.
Eine unkomplizierte und schmerzlose Untersuchung ist der Ultraschall. Ultraschallbilder, die durch die Bauchdecke aufgenommen werden, können Hinweise auf größere Endometriose-Herde bzw. -zysten geben oder Beeinträchtigungen weiterer Organe wie zum Beispiel die Nieren. Unentdeckt bleiben jedoch kleinere Herde und Verwachsungen. Der vaginale Ultraschall kann die Gebärmutterbeschaffenheit und Flüssigkeitsansammlungen sichtbar machen sowie weitere Herde, wie z.B. eine Eierstocksendometriose. Hierfür wird das Ultraschallgerät durch die Scheide geführt. Auch das ist ein wenig belastendes Diagnoseverfahren. Ultraschalluntersuchungen sind wichtig für die rechtzeitige Diagnosestellung der Endometriose, da nicht alle Herde bei der Tastuntersuchung erkannt werden können.

Durch die bisher geschilderten Verfahren kann die Verdachtsdiagnose Endometriose gestellt werden. Für den endgültigen Nachweis ist es jedoch erforderlich, Gewebsproben zu entnehmen und histologisch zu untersuchen. Dafür wird eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder ein Bauchschnitt (Laparatomie) gemacht.
Liegt der Verdacht auf Endometriose vor, so wird im nächsten Schritt die Diagnose durch eine Gewebsuntersuchung gesichert. Dieses geschieht im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie), einem Operationsverfahren, bei dem eine eine winzige Kamera in Höhe des Bauchnabels in die Bauchhöhle geführt wird. Über die Kamera kann sich der Operateur einen Überblick über das Ausmaß der Erkrankung machen, da auch kleinere und verstecktere Herde sichtbar werden. Über entsprechende chirurgische Instrumente können gleichzeitig Gewebeproben entnommen werden (Biopsie), die dann eine histologische Sicherung der Endometriose ermöglicht.

Da dieses Verfahren einen invasiven Eingriff unter Vollnarkose erfordert, ist eine Laparoskopie – wie jede andere Operation auch – mit Risiken verbunden. Allzu leichtfertig durchgeführte Eingriffe sind daher zu vermeiden. Andererseits kann ein Hinauszögern der Diagnose das Fortschreiten der Endometriose begünstigen. Die Vor- und Nachteile sind daher im Einzelfall gut abzuwägen, eine jahrelange Verzögerung der Diagnosestellung ist jedoch zu vermeiden. Frauen mit starken wiederkehrenden Beschwerden über einen längeren Zeitraum sollten unbedingt eine endgültige Diagnose anstreben, da dies eine unabdingbare Voraussetzung für die Festlegung einer individuell angepassten Therapie ist.

Bei entsprechender Vorbereitung und Aufklärung kann dieser Eingriff als operative Laparaskopie erweitert werden, bei dem einzelne Herde entfernt werden.

Weitere Informationen zur Diagnostik finden Sie in den AWMF-Leitlinien unter dem Suchwort „Endometriose“.

 

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