Patientinnenzufriedenheit

Patientinnenzufriedenheit mit der ärztlichen Versorgung

Patientinnenzufriedenheit mit der ärztlichen Versorgung bei Endometriose – Erhebung von Patientinnenerfahrungen aus den Jahren 2001 bis 2005
A. Lampe1, I. Brandes2, D. Jackisch1
1 Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V., Leipzig
2 Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover

Hintergrund

Mit wachsendem Bekanntheitsgrad der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. nehmen Anfragen von betroffenen Frauen mit der Bitte um Mitteilung von Krankenhäusern und niedergelassenen GynäkologInnen, die in der Behandlung von Endometriose-Patientinnen erfahren sind, zu. Dies veranlasste die Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. im Jahr 2006, eine Umfrage zur Zufriedenheit der Mitgliedsfrauen mit der medizinischen Versorgung zu starten.

Ziel

Ziel der Untersuchung war die Erhebung der subjektiven Erfahrungen und persönlichen Eindrücke, um einen deutschlandweiten Überblick zur Versorgungssituation aus Patientinnensicht zu erhalten und die Informationen unter dem Aspekt des Selbstmanagements zu nutzen.

Material

Eingesetzt wurden zwei Fragebögen, die sich auf die Zufriedenheit mit der Betreuung bei niedergelassenen GynäkologInnen und im Krankenhaus bezogen. Im Vordergrund standen Fragen zur Struktur und zu Abläufen sowie zum Personal der Einrichtung, zur Zufriedenheit über die Vermittlung von Informationen, zur Empathie, zur menschlichen Zuwendung des Personals und zur Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Einrichtungen. Zudem wurden Einschätzungen zu der Vertrauensbasis, der Qualität der Behandlung und des Angebotes von Behandlungsalternativen erhoben. Die Antwortkategorien waren als 4- bzw. 5-stufige Likertskalen von „sehr zufrieden“ bis „sehr unzufrieden“ vorgegeben. Jeweils 1.700 Fragebögen wurden als Beilage der Mitgliederzeitschrift Endo-Info versandt. Der Rücklauf erfolgte anonym.

Ergebnisse

Für den niedergelassenen Bereich wurden 158 Fragebögen zu GynäkologInnen in 127 Orten ausgewertet. Für den Krankenhausbereich wurden 150 Fragebögen mit Angaben zu 92 Kliniken in 79 Städten ausgewertet. Die Ergebnisse belegen, dass die Zufriedenheit der Patientinnen weniger von strukturellen Aspekten und von den Organisationsabläufen abhängt als vielmehr von der Arzt-Patienten-Beziehung. Tendenziell wird am häufigsten in den Bereichen Kommunikation und Aufklärung Unzufriedenheit geäußert. Besonderer Bedarf besteht an Informationen, was die Patientin selbst zur Verbesserung ihres Gesundheitszustandes beitragen kann.

Fazit

Im Bereich der Arzt-Patienten-Kommunikation bestehen offensichtliche Defizite. Die Bedeutung eines guten Vertrauensverhältnisses und einer umfassenden patientenorientierten Information ist gerade für Patientinnen mit Endometriose hervorzuheben, um einer ungünstigen Krankheitsverarbeitung vorzubeugen.

 

Privat

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