Phytotherapie und Endometriose

Phytotherapie

Die Phytotherapie ist stark in der traditionellen Volksheilkunde verwurzelt und beruht überwiegend auf Erfahrungswissen. Leider liegen für Endometriose nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen vor. Im Rahmen der Phytotherapie werden Pflanzen eingesetzt, um den Körper zu reinigen, die Nahrungsaufnahme und die Verdauung zu unterstützen, den Stoffwechsel anzuregen, die Hormonbildung zu regulieren, den Körper zu beruhigen und zu entspannen sowie die Abwehrkräfte zu stärken. Es gibt viele Pflanzen, deren positive Wirkungen bekannt sind und die als Tee oder Tinktur eingesetzt werden können. Zur Schmerzlinderung werden Teufelskralle, Katzenminze, Gänsefingerkraut, Traubensilberkerze, Frauenminze und einige andere eingesetzt. Frauenmantel, Mönchspfeffer, Schafgarbe und andere sind als phytotherapeutisch gestagenwirksame Pflanzen bekannt. Zur Aufhellung der Stimmung wird Johanniskraut empfohlen; Ingwer entspannt und wärmt den Körper und Badezusätze mit Aromen können beruhigen (Lavendel) oder anregen (Rosmarin).
Die Ernährung ist im Zusammenhang mit dem Immunsystem und dem Hormonsystem für Frauen mit Endometriose von besonderer Bedeutung. Leider liegen auch hier bislang nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse vor.
Eine grundsätzliche Empfehlung besteht darin, eine für das Immunsystem förderliche, darmverträgliche und vollwertige Ernährung nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu bevorzugen. Diese besteht überwiegend aus Getreide(-produkten), Gemüse und Obst. Es sollten frische, vitaminreiche Zutaten verwendet werden. Ungesättigte Fettsäuren, vollwertige und vollkörnige Zutaten sind wichtige Bestandteile des Ernährungsplans. Tierische Fette (insbesondere rote Fleischsorten) und Zucker gelten als ungünstig. Zu und zwischen den Mahlzeiten sollte ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Es ist besser, fünf bis sieben kleine Mahlzeiten, als drei große einzunehmen. Die Zusammenstellung sollte saisonal orientiert sein. Positive Effekte auf das Immunsystem haben nachweislich Karotenoide, Saponine, Flavonoide, Vitamin A und Zink. Fischöl, Selen, Karotenoide und Flavonoide wirken entzündungshemmend und Vitamin D beugt einer Osteoporose vor. Gemieden werden sollte Glutamin, das verstärkend auf die Autoantikörperbildung wirkt. Patientinnen unter und nach einer langfristigen Therapie mit GnRH-Agonisten sollten auf eine Nahrungsmittelzusammenstellung achten, die dem Effekt des Verlustes der Knochenmineralisation Rechnung trägt. Nahrungsmittel mit einem hohen Kalziumanteil sollten verstärkt in den Ernähurngsplan eingebaut werden. Vorsicht ist bei Kuhmilch geboten, da dieses die Schleimbildung stimuliert und die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut erschwert. Krämpfe können dadurch verstärkt werden. Zusätzliche Belastungen des Immunsystems durch Unverträglichkeiten sollten vermieden werden. Eine eingehende Ernährungsberatung ist bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu empfehlen.
Ein besonderes Problem bei Endometriose sind die hohen Konzentrationen künstlicher Östrogene in Gewässern, Pflanzen und Tieren, die über die Nahrung aufgenommen werden. Diese Östrogene wirken auf die Endometriose-Herde und können den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Auch fette Ernährung stimuliert die Produktion überschüssigen Östrogens, was wiederum die Endometriose-Herde stimuliert. Das Gleiche gilt für die eigenen Fettzellen im Körper, die bei Übergewicht ebenfalls ungünstig auf das Hormonsystem wirken. Bei der Verarbeitung des Östrogens sind die B-Vitamine von großer Bedeutung, die in ausreichender Menge vorhanden sein sollten. Stress, Zucker, weißes Brot, Alkohol und Kaffee entleeren den Körper von Vitamin-B.
Vor Einsetzen der Menstruationsschmerzen hat sich die Einnahme von Kalzium und Magnesium bewährt. Die Einnahme von Nahrungsmittelergänzungen sind jedoch nicht über einen langen Zeitraum zu empfehlen. Falls Mangelerscheinungen auftreten, kann nach Absprache mit dem Arzt oder Apotheker ein gutes Kombinationspräparat vorübergehend eingesetzt werden. Langfristig sollte der Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen aber über die Ernährung gedeckt werden.

 

 

Privat

Du bist nicht berechtigt, dieses Forum zu sehen.