Schmerzmittel bei Endometriose

Schmerzmittel

Bei der Behandlung der Endometriose wird häufig auf Schmerzmittel zurückgegriffen. In Deutschland sind vielfältigste Schmerzmittel mit und ohne Rezept erhältlich. Dabei sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Alle Schmerzmittel – auch die frei verkäuflichen – haben erwünschte und unerwünschte Wirkungen.
  • Monopräparate enthalten nur einen Wirkstoff, sie sind in der Regel besser geeignet als Kombinationspräparate mit mehreren Wirkstoffen.
  • Besonders bei Kombination mit beruhigenden oder anregenden Stoffen besteht die Gefahr einer Abhängigkeit.
  • Schmerzmittel sollten nicht regelmäßig oder länger als drei Tage ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt/Ärztin eingenommen werden.
  • Bei Allergien, Asthma, Magen-, Leber- oder Nierenerkrankungen ist auf jeden Fall vorher ärztliche Beratung erforderlich.
  • Schmerzmittel unbedingt rechtzeitig bei dem ersten Auftreten der Schmerzen einnehmen und nicht erst wenn die Schmerzen bereits unerträglich sind.
  • Schmerzmittel sollten nicht auf nüchternen Magen und nur mit ausreichend Flüssigkeit (am besten Wasser) eingenommen werden.
  • Mindestens eine halbe Stunde abwarten, ob die erwünschte Wirkung eintritt, bevor die Dosis erhöht wird.
  • Unbedingt die Dosierungshinweise im Beipackzettel einhalten.
  • Wechselwirkungen mit Alkohol, anderen Medikamenten und körperlicher Verfassung (z.B. große Müdigkeit) beachten.

Grundsätzlich unterscheidet sich die Zubereitungsart von Schmerz-medikamenten als Tabletten, Kapseln, Zäpfchen oder Spritzen hinsichtlich der Nebenwirkungen sowie der Geschwindigkeit des Wirkungseintrittes und der Dauer der Wirkung. Es ist immer eine möglichst niedrige Dosis erstrebenswert, um die Nebenwirkungen auf andere Organsysteme gering zu halten.

Folgende Wirkstoffe werden bei Endometriose-bedingten Schmerzen gegeben:

Acetylsalizylsäure (ASS) wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend. Sie greift in die Synthese von Prostaglandin (körpereigene Schmerzbotenstoffe) ein, einem Stoff, der auch bei Endometriose verstärkt freigesetzt wird. Diese Medikamente wirken allerdings eher bei schwächeren Schmerzen. Hinzu kommt, dass höhere Dosen ASS über einen längeren Zeitraum wegen häufiger Magenprobleme nicht gut verträglich sind.

Paracetamol ist eine Alternative zu ASS und wird häufig angewendet. Es verursacht deutlich weniger Magenbeschwerden und Blutungsrisiken. Vom Wirkspektrum her ist es stärker fiebersenkend als ASS. Bei zu hoher Dosierung kann es zu Leber- und Nierenschädigungen kommen, allergische Reaktionen sind seltener.

Ibuprofen ist ebenfalls ein Schmerzmittel aus der Gruppe der Prostaglandin-hemmstoffe. Es ist deutlich stärker wirksam als ASS und wird häufig bei Endometriose eingesetzt. Die Nebenwirkungen ähneln denen von ASS, wobei die Magenprobleme nicht so ausgeprägt sind.

Diclophenac gehört auch in diesen Formenkreis, ist ebenfalls stärker wirksam als ASS und hat zusätzlich einen ausgeprägten abschwellenden Effekt, der bei starker Begleitschwellung des Gewebes im Rahmen einer Endometriose-erkrankung oder nach Operationen bei geschwollenen Wunden erwünscht sein kann. Bei einer längeren Einnahmedauer ist ein Magenschutz mit Begleitmedikamenten erforderlich.

Naproxen unterscheidet sich von den vorhergehenden Prostaglandin-synthesehemmern durch eine deutlich verlängerte Wirkung (ca. 8 Stunden). In der Praxis hat es sich in vielen Fällen als wirksames Mittel bei Endometrioseschmerzen bewiesen. Mit der Einnahme sollte bei allen Prostaglandinsynthesehemmern schon vor Einsetzen des starken Regelschmerzes begonnen werden, um die Hemmwirkung optimal zu nutzen.

 

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