patientenschulung

Endometriose Patientenschulung

Zum Begriff Patientenschulung

Der Begriff „Schulung“ umfasst Programme zur Verbesserung des eigenverantwortlichen Umgangs der betroffenen Menschen insbesondere bei chronischen Erkrankungen. Ziele einer Patientenschulung sind die Vermittlung von Wissen, die Verbesserung der Krankheits- und Behandlungseinsicht, die Vermittlung sozialer Fähigkeiten zur Krankheitsbewältigung, die Verbesserung der Selbstwahrnehmung und auch die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit und des selbstbestimmten Umgangs mit der Erkrankung und deren Folgen. Patientenschulungsprogramme wurden für verschiedene Erkrankungen entwickelt und haben sich als wirksame Therapiebestandteile erwiesen.

Zum Hintergrund des Endometriose-Seminares

Im Rahmen eines Förderprogramms zur Versorgungsforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV-Bund) sowie der Spitzenverbände der Krankkassen (GKV Spitzenverband) wurde ein Schulungsprogramm für Frauen mit Endometriose zu entwickelt. Das Seminar stellt eine wichtige Ergänzung des bestehenden Versorgungsangebots dar. Insbesondere soll die eigenverantwortliche Bewältigung der Krankheit gestärkt werden, indem eine intensive Auseinandersetzung auf emotionaler und geistiger Ebene angeregt wird. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Teilnehmerinnen durch größeres Wissen, eine bessere Lebensqualität, bessere Fähigkeiten zur Krankheitsbewältigung, geringere Schmerzen und andere körperliche Beeinträchtigungen, seltenere Rezidive und geringere Arbeitsunfähigkeitszeiten von Nicht-Teilnehmerinnen unterscheiden.

Wahrung der Vertraulichkeit

Besonderer Wert wird darauf gelegt, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Daher finden die Seminare in geschützten Räumen der beteiligten Einrichtungen an den jeweiligen Standorten statt. Zudem wird vorausgesetzt, dass die Teilnehmerinnen an beiden Seminartagen (Freitag und Samstag) anwesend sind. Der Wechsel in eine andere Gruppe ist nicht erwünscht, da die Gruppendynamik ungünstig beeinflusst werden kann. Die Gruppen sollen nicht mehr als 12 Frauen umfassen und die Teilnahme von Partnern ist nicht vorgesehen.

Inhalt und Ablauf

Die Semiare gliedern sich in zwei aufeinander aufbauende Teile. Der erste Teil findet jeweils an einem Freitagnachmittag statt und wird soweit möglich von einem Gynäkologen / einer Gynäkologin durchgeführt. Hier werden alle wichtigen Informationen zu den medizinischen Grundlagen der Erkrankung, der Diagnostik und der verschiedenen Therapieverfahren vermittelt. Die Schulung beginnt am Freitag ca. um 14:00 Uhr und endet ca. um 19:00 Uhr (Änderungen sind möglich).
Am Samstag wird die Veranstaltung von einer Psychologin und/oder speziell geschulten Trainer/in aus der Selbsthilfe geleitet. Es werden den Teilnehmerinnen verschiedene Methoden zur Schmerz- und Krankheitsbewältigung gezeigt und – sofern möglich – praktisch ausprobiert. Ein weiteres Element des Seminares ist die Vermittlung von Informationen zur Verbesserung des Selbstmanagements. Gemeint sind damit Informationen zur Suche nach Hilfe und Unterstützung (Suche nach Ärzten und Kliniken, emotionaler Beistand, soziale Unterstützung), Anregungen zur Entscheidungsfindung und zum Arzt-Patientin-Verhältnis sowie zur Entwicklung von Therapiezielen. Das Seminar startet samstags um 9:00 Uhr und wird gegen 17:00 Uhr beendet sein.

Inhalte

Vermittlung medizinischer Kenntnisse:

  • Krankheitswissen
  • Diagnostik
  • Therapeutische Verfahren

Vermittlung von Erfahrungen und Kenntnissen zu:

  • Alternativtherapien
  • Schmerzbewältigung
  • Krankheitsbewältigung
  • Selbstmanagement
  • Als besonders wichtig wird von den Teilnehmerinnen der intensive Austausch mit anderen Betroffenen geschildert. Dafür wird ausreichend Zeit eingeplant.

Die Begleitstudie

Die Studie wurde an der Medizinischen Hochschule Hannover unter Leitung von Frau Dr. Iris Brandes, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssytemforschung durchgeführt. Die finanzielle Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV-Bund) und den Spitzenverband der Krankenversicherungen (Spitzenverband GKV). Das Schulungsprogramm wurde von Frau Dr. Brandes in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Christiane Niehues, Chefärztin der Gynäkologischen Rehabilitation des MEDIAN Klinikums Bad Salzuflen entwickelt. Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

Die Erkrankung Endometriose erhält leider bislang wenig Beachtung in der Medizin und in der Gesellschaft. Von den betroffenen Frauen werden fehlende Informationen und mangelhafte Unterstützung in der medizinischen Versorgung beklagt.

Durch die Einführung des Schulungsprogramms soll ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Versorgung geleistet werden. Das ist der Grund, warum diese Studie durchgeführt wurde.

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